Die Universität zu Lübeck,
das Universitätsklinikum Jena und das Deutsche
Krebsforschungszentrum Heidelberg arbeiten gemeinsam mit
Randox Laboratories GmbH an einer neuen Methode zur
Früherkennung des Darmkrebses. Ein Biochip soll auf der
Basis von zwölf Tumormarkern im Blut eine effiziente
Ergänzung zu anderen Früherkennungsmaßnahmen wie
beispielsweise der Darmspiegelung sein. Der Einsatz einer
solch wirksamen Screening-Methode kann sowohl die
Mortalität durch Darmkrebs als auch die Häufigkeit des
Darmkarzinoms in der Bevölkerung senken und ist daher ein
wichtiges Instrument im Kampf gegen das kolorektale
Karzinom.
Der Dickdarmkrebs ist die
häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Jährlich werden
70.000 neue Fälle diagnostiziert. Trotz der zur Verfügung
stehenden Screening-Verfahren wie der Untersuchung von
okkultem Blut im Stuhl (FOB Test) oder der Spiegelung des
Darms, haben rund 70 Prozent der Patienten zum Zeitpunkt
der Diagnose bereits ein fortgeschrittenes
Krankheitsstadium erreicht.
Wichtig ist die Erkennung von Darmkrebs im Frühstadium
deshalb, weil die Heilungschancen trotz der Anwendung von
Operationen (Chirurgie), Strahlentherapie, Chemotherapie
und humanen Antikörpern mit fortgeschrittenem
Krankheitsstadium stark sinken. Für die Früherkennung
eignet sich die Koloskopie in besonderem Maße, weil sie
gleichzeitig die Möglichkeit bietet, Gewebeproben zu
entnehmen oder Polypen direkt während des Eingriffs zu
entfernen. Die Koloskopie erfordert allerdings eine
Darmvorreinigung und ist als invasives Verfahren mit
Risiken behaftet. Der FOB-Test als nicht-invasiver Test auf
verdecktes Blut im Stuhl hingegen gilt als relativ
unspezifisch.
Ideal wäre daher ein weniger
aufwändiges, nicht-invasives, aber sehr zuverlässiges
alternatives Screening-Verfahren. Die Wissenschaftler der
vier Forschungs-institutionen entwickeln daher ein
Screening-Verfahren, welches auf der Messung von zwölf
spezifischen Tumormarkern im Blut mittels eines Biochips
basiert. In einer Studie soll der neuartige Biochip
entwickelt, erprobt und validiert werden, um eine weitere
und sichere Alternative zu den bereits eingesetzten
Verfahren in der Diagnostik und Vorsorge des Darmkrebses zu
bieten. Dieses gemeinschaftliche Projekt wird durch das
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
gefördert.
Über die Universität zu Lübeck
Die Universität mit ihrem
Labor für Chirurgische Forschung (Leitung: Dr. Dr. Jens K.
Habermann) ist verantwortlich für die Koordinierung der
Studie, die klinische Validierung der Früherkennungsmethode
und für den Transfer der Biochip-Untersuchung in die
klinische Praxis. Die Universität zu Lübeck wurde als
Medizinische Akademie im Jahre 1964 gegründet und zeichnet
sich durch hervorragende translationale Krebsforschung und
akademische Lehre aus.
Über das Universitätsklinikum Jena in der Friedrich
Schiller Universität (FSU)
Das Universitätsklinikum
Jena mit der Abteilung Core Unit Chip Application (CUCA,
Leitung: Priv. Doz. Dr. Ferdinand von Eggeling) ist für die
klinische Validierung der Früherkennungsmethode und für den
Transfer der Biochip-Untersuchung in die klinische Praxis
zuständig. Die Friedrich Schiller Universität befindet sich
in der Universitätsstadt Jena in Thüringen. Jena ist „Stadt
der Wissenschaft 2008“ und die FSU Jena feiert in diesem
Jahr ihren 450. Geburtstag.
Über das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Heidelberg
Das Zentrum mit seiner
Abteilung für Klinische Epidemiologie und Alternsforschung
(Leitung: Prof. Dr. Hermann Brenner) ist verantwortlich für
die Bereitstellung von klinischen Proben und Daten aus
einer großen Anzahl an erfassten Personen, sowie für die
statistische Bewertung und Validierung der
Biochip-Untersuchung. Das Deutsche Krebsforschungszentrum
in Heidelberg beschäftigt sich mit der systematischen
Untersuchung der Mechanismen der Krebsentstehung und der
Identifizierung von Risikofaktoren im Hinblick auf die
Entwicklung neuer Ansätze zur Prävention, Diagnose und
Behandlung von Krebs.
Über Randox Laboratories GmbH
Randox ist ein
internationales Unternehmen, das Diagnostik entwickelt,
produziert und die klinischen Diagnose-Produkte weltweit
vertreibt. Randox ist der Industriepartner im Konsortium
und ist verantwortlich für die Entwicklung des Biochips.
Randox entwickelt und fertigt den Biochip zur Früherkennung
von Darmkrebs, der auf der Messung spezifischer Tumormarker
im Blut basiert.